Gibraltar - ein Stück Großbritannien in Spanien

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Dort, wo Mittelmeer und Atlantik aufeinandertreffen, liegt ein außergewöhnliches Fleckchen Erde. Es ist der Stadtstaat Gibraltar, mit einer Fläche von nur 6,5 km² das kleinste britische Überseegebiet. Obwohl im spanischen Andalusien gelegen, wird auf Gibraltar Englisch gesprochen und die Rechnung im britischen Pub mit Pfund beglichen.

Britisches Überseegebiet am Mittelmeer

Der Stadtstaat Gibraltar liegt an der Südspitze Andalusiens und ist nur durch die rund 15 Kilometer breite Straße von Gibraltar vom afrikanischen Kontinent getrennt. Die Grenze zu Spanien ist mit einer Länge von 1,2 Kilometern die kürzeste Staatsgrenze weltweit. Im Jahr 1704 von den Engländern annektiert und 1713 im Vertrag von Utrecht endgültig den Briten zugesprochen, hat Gibraltar seit 1830 den Status einer Kronkolonie. Als einziges der 14 britischen Überseeterritorien gehört Gibraltar der EU an. Obwohl Spanien Gibraltars Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich nie anerkannt hat, haben sich die Bewohner im Rahmen zweier Volksreferenden im Jahr 1967 und zuletzt 2002 mit einer 90-prozentigen Zustimmung dafür entschieden, unter der Herrschaft Großbritanniens zu verbleiben. Dabei spielte die ethnische Zugehörigkeit der Wähler keine Rolle, denn weniger als 30 Prozent der Gibraltarer sind Briten. Die restliche Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Spaniern, Italienern, Portugiesen und Maltesern zusammen.

Fels von Gibraltar: Highlight für Höhlenforscher

Die Halbinsel Gibraltar ist bis zu 1,2 Kilometer breit und sechs Kilometer lang und wird vom gleichnamigen Felsen von Gibraltar beherrscht. Der Kalksteinfels ragt bis zu 426 Meter hoch aus dem Meer und ist in mehrfacher Hinsicht eine der Hauptattraktionen Gibraltars. Zum einen bietet der Berg eine fantastische Aussicht auf das Meer, zum anderen gibt es rund 150 teils natürliche, teils von Menschen geschaffene Höhlen. Im Altertum galt der Fels als eine der Säulen des Herakles, die das Ende der damals bekannten Welt anzeigten. In den vergangenen Jahrhunderten wurden Höhlensysteme und Gänge mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometern gegraben, die als Verteidigungsanlagen dienten. Die beiden bekanntesten Höhlen sind die Tropfsteinhöhle St. Michael’s Cave, wo manchmal Konzerte stattfinden und die Gorham-Höhle, wo Funde aus der Neandertalerzeit ausgestellt werden. Neben den Höhlen stellen auch die mehr als 250 Berberaffen eine wichtigste Touristenattraktion dar, die sich frei durch die Straßen und Waldgebiete bewegen.

Friedliches Zusammenleben in der Steueroase

Beim Flanieren durch die Straßen der Stadt Gibraltar stechen die vielen Banken, die sich in der Main Street aneinanderreihen, ins Auge, denn Gibraltar ist ein wichtiges Offshore-Finanzzentrum. Ebenfalls an der Main Street und in den abgehenden Straßen befinden sich die meisten Hotels, Restaurants und Geschäfte, wo Alkohol und Tabakwaren zu sehr moderaten Preisen verkauft werden. Die Main Street führt vom Kasematten-Platz vorbei am Gouverneurs-Palast aus dem 16. Jahrhundert zum Kathedralen-Platz. Attraktive Sehenswürdigkeiten neben dem Palast und der Kathedrale sind das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Europa, die vier orthodoxen Synagogen, die große Moschee und der Leuchtturm am Europa Point. Obwohl der größte Teil der Bevölkerung römisch-katholisch ist, befindet sich der Sitz des anglikanischen Bischofs für Kontinentaleuropa auf Gibraltar. Rund 2.000 der insgesamt fast 30.000 Gibraltarer bekennen sich zum Islam, Judentum oder Hinduismus, wobei die verschiedenen Ethnien und Religionsangehörigen sehr friedlich zusammenleben.

Militärstützpunkt und Naturreservat

Noch vor einigen Jahrzehnten besuchten viele Urlauber Gibraltar nur auf Tagesausflügen. In der Zwischenzeit sind etliche Hotels, Restaurants und Pubs entstanden, sodass viele ihre gesamte Ferienzeit hier verbringen und Ausflüge nach Spanien oder Marokko unternehmen. Zu erreichen ist Gibraltar über die spanisch-gibraltarische Grenze, wo es allerdings zu langen Wartezeiten kommen kann. Per Fähre und Flughafen ist die Reise natürlich ebenfalls möglich, wobei der Flughafen nur von England aus angeflogen wird. Flughafen und Hafen werden von der Royal Air Force auch als Militärflughafen beziehungsweise als Flottenstützpunkt der Royal Navy genutzt. Rund 40 Prozent von Gibraltar wurden zum Naturschutzgebiet ernannt, wo sich Vogelarten wie Falken und Greife niedergelassen haben. Sportliche Naturliebhaber begegnen den Tieren zuweilen beim Wandern oder Mountainbikefahren durch die Waldgebiete des Felsen von Gibraltar, dessen Aussichtspunkte mit einer Seilbahn erreichbar sind. Wer nicht so hoch hinaus möchte, kann in aller Ruhe durch den hübsch gestalteten botanischen Garten spazieren oder an den Ständen in einer der malerischen Buchten, etwa am Eastern Beach oder an der Catalan Bay schwimmen und sonnenbaden.

 

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